Klimakrise: Reiche verursachen sie, Arme leiden darunter

 Tarih: 13-08-2018 06:47:00   Güncelleme: 18-08-2018 18:58:00
Editör: Haber merkezi Kaynak: ?KONTRASR.at
Die Erde hat Fieber und die Schübe werden immer heftiger. Der Eisschild der Arktis war im Herbst so klein wie noch nie. Im frostigen Lappland hat es das Thermometer im Juli auf einen Rekordwert von über 32 Grad getrieben.

 

PHOTO BY PETTER RUDWALL ON UNSPLASH

 

Die Erde hat Fieber und die Schübe werden immer heftiger. Der Eisschild der Arktis war im Herbst so klein wie noch nie. Im frostigen Lappland hat es das Thermometer im Juli auf einen Rekordwert von über 32 Grad getrieben. Die sonst saftig-grünen Wiesen und Felder Großbritanniens gleichen heuer gelben Strohfeldern. Mehrere italienische Ställe müssen klimatisiert werden, damit die Kühe auch im Sommer noch ausreichend Milch geben können. In Schweden tobten wochenlang verheerende Waldbrände, die aufgrund der Trockenheit fast nicht unter Kontrolle zu bringen waren. In Griechenland und Kalifornien starben dutzende Menschen in den Flammen. Allein in Griechenland waren es über 90 Todesopfer.

 

ERNTEAUSFÄLLE IN DER LANDWIRTSCHAFT

 

Die Folgen der Klimakrise werden immer schwerwiegender: Dürren, Missernten, Waldbrände und Umweltkatastrophen häufen sich. Die vergangenen Jahre waren die heißesten Jahre seit Beginn der Messungen. In ganz Europa hoffen derzeit Bäuerinnen und Bauern auf den lang ersehnten Regen. In Ländern wie Polen oder Frankreich schüttet der Staat Millionen aus, um die Landwirtschaft zu entschädigen. In den Niederlanden muss das Wasser in der Landwirtschaft rationiert werden – in einem Land, das sonst gegen einen steigenden Meeresspiegel kämpft, weil ein Drittel seiner Fläche unterhalb des Meeresspiegels liegt. In Deutschland muss heuer Getreide importiert statt exportiert werden. Auch Österreich ist betroffen: Trockenheitsbedingt gibt es schon das zweite Jahr in Folge niedrigere Getreide-Erträge.

 

Die Ernte fällt im Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre gleich um 12 Prozent niedriger aus. Das sind um 400.000 Tonnen Getreide weniger als üblich.

 

Was in der Klimadebatte aber oft untergeht, sind Fragen der sozialen Gerechtigkeit. Wer verursacht den Klimawandel eigentlich? Ist es „die Menschheit“, die den Planeten zerstört? Oder verschmutzen bestimmte Gruppen die Umwelt stärker als andere? Wer leidet am meisten unter den Auswirkungen? Und wer kann sich am wenigsten wehren?

 

VERGIFTETE UMWELT, VERGIFTETE KÖRPER

 

Fangen wir mit dem globalen Blick an: Es sind vor allem die Länder der Peripherie, die die Last der klimatischen Veränderungen tragen müssen. Dabei ist es der Westen, der gemeinsam mit aufstrebenden Volkswirtschaften wie China für den Großteil von Treibhausgasen und Müll verantwortlich ist. Es sind aber ärmere Länder, die unter Hungerkatastrophen leiden und in denen Menschen sterben, wenn es zu Dürren oder Ernteausfällen kommt. Es sind ärmere Länder, die darunter leiden, wenn sich Wüsten immer stärker ausbreiten und landwirtschaftliche Nutzung immer unmöglicher wird. Und es sind vor allem ärmere Länder, die von einem steigenden Meeresspiegel durch das Abschmelzen der Pole bedroht sind, weil sie dadurch für immer von der Landkarte verschwinden.

 

Ein Beispiel ist Agbogbloshie, ein Stadtteil der ghanaischen Hauptstadt Accra. Von Einheimischen wird dieser Ort „Sodom“ oder schlicht „die Hölle“ genannt. Der metallische Geschmack, der sich vor Ort in Mund- und Rachenraum breitmacht, wird als unerträglich beschrieben. Hier befindet sich eine riesige Mülldeponie – für illegal aus Europa eingeführten Elektroschrott. Vom gebrauchten Fernseher, über das kaputte Handy bis zum ausrangierten Computer landet hier alles. Von Umweltorganisationen wurde dieser Ort zu einem der verseuchtesten Orte der Welt gewählt. Toxische Stoffe wie Blei, Phosphor, Quecksilber oder Arsen gelangen in den Boden und das Wasser. Schon bei kleinen Kindern werden schwerste Vergiftungen gemessen. Bluthusten, Asthma, Gedächtnisschwund, verminderte Intelligenz sowie verminderte Organfunktionen sind die Folgen.

 

ÄRMERE MENSCHEN LEIDEN BESONDERS

 

Während Arme sich schlecht wehren können, wälzen Reichere die Last klimatischer Veränderungen auf andere ab. Und das gilt nicht nur für arme und reiche Staaten. Auch innerhalb von Staaten ist die Last der Klimakrise zwischen armen und reichen Menschen höchst ungleich verteilt.

 

Ärmere Bevölkerungsgruppen …

 

  • gehen statistisch gesehen häufiger Berufen nach, die körperlich anstrengend und der Hitze ausgesetzt sind (BauarbeiterInnen, Reinigungskräfte, etc.).

 

  • leben oft in Wohnungen mit schlechterer Bausubstanz (etwa ohne Wärmedämmung) und schlechterer Ausstattung (keine Außenjalousien, keine Klimaanlagen, etc.) sowie weniger Raum pro Kopf.

 

  • können – im Unterschied zu wohlhabenden Menschen – viel seltener in kühlere Bereiche (Zweitwohnsitz, Seen, etc.) ausweichen.

 

 

  • haben statistisch gesehen einen schlechteren Gesundheitszustand – das macht sie gegenüber der Hitze zusätzlich verwundbar. Sommerliche Hitzeperioden sind generell ein Gesundheitsrisiko: In der Hitzewelle 2003 sind rund 70.000 Menschen in Europa an der Hitze gestorben.

 

  • können sich gerade in der Pension zum Schutz vor der Hitze oft nur noch in die Wohnung zurückziehen. Das kann zu Vereinsamung und Isolation führen. Ältere Menschen sind besonders stark betroffen, da der gesamte Kreislauf viel sensibler auf Hitze reagiert.

 

 

  • wohnen viel häufiger an stark befahrenen Straßen. Ebenso in der Umgebung von Flughäfen, Mülldeponien oder Fabriken. Diese Personen sind in überproportionaler Weise Abgasen und Lärm ausgesetzt. Das kann zu Lungenschäden, Herz-Kreislauferkrankungen, psychischen Erkrankungen (durch ständige Lärmbelastung und weniger erholsamen Schlaf) und im schlimmsten Fall zu vorzeitigen Todesfällen führen.

 

FAZIT: KLIMAFRAGE EINE SOZIALE FRAGE

 

Verschmutzt wird die Umwelt dagegen viel stärker von den reichsten Prozent einer Gesellschaft. So müssen die meisten Menschen auf eine jährliche Flugreise sparen, während Superreiche selbstverständlich für einen Nachmittag nach Paris oder Mailand zum Shoppen fliegen können – oft mehrmals im Monat. Von der Umweltverschmutzung durch Großkonzerne ganz zu schweigen.

 

Dennoch sind es die untersten Prozent, die gesundheitlich und klimatisch am meisten unter den Auswirkungen leiden. Gleichzeitig sind es aber auch die untersten Prozent, die es am stärksten treffen würden, wenn man steuerpolitisch gegensteuern will – etwa durch höhere Steuern auf Benzin oder Diesel. Auch der Kauf von klimaschonenden Autos oder von Lebensmitteln im Bio-Supermarkt sind eher ein Oberschichtenprogramm. Ein Teufelskreis.

 

DIE REICHEN WOLLEN NICHT MEHR TEILEN

 

Für den französischen Intellektuellen Bruno Latour sind Deregulierung, Sozialabbau und Klima-Skeptiker daher Teil desselben Phänomens: Wir werden in Zukunft mit einem Mangel an „teilbarem Platz und bewohnbarer Erde“ konfrontiert sein. Die Eliten sind so „dermaßen überzeugt, dass es keine gemeinsame Zukunft für alle geben könne, dass sie beschlossen, sich schleunigst von der gesamten Last der Solidarität zu befreien.“

 

Die Welt steuert seit den 80er Jahren nicht mehr auf „einen gemeinsamen Horizont“ zu, auf eine Situation in der möglichst viele Menschen in gleichem Maße zu Wohlstand kommen würden. „Die führenden Klassen“ führen die die Welt nicht mehr – sie sind dazu übergegangen, sich eigene Welten nur für sich zu schaffen – das „vergoldete Exil des einen Prozent“.  Eliten wollen nicht einmal mehr den Anschein erwecken, die Welt mit anderen teilen zu wollen. Soziale Sicherungssysteme werden aufgelöst und von unten nach oben verteilt. Beides sehen wir auch gerade in Österreich.

 

Durch die „Furie der Deregulierung, die Explosion der Ungleichheit, die Aufkündigung der Solidarität“, werde die Globalisierung nicht mit „Fortschritt, Emanzipation, Reichtum, Komfort, sogar Luxus und nicht zuletzt Rationalität“, sondern mit dem Profit einiger Weniger verknüpft. „Die beste aller Welten ist zur schlechtesten mutiert“, so Latour und bemüht die Metapher der sinkenden Titanic:

 

„Die führenden Klassen begreifen, dass das Schiff untergehen wird; sie schnappen sich die Rettungsboote; fordern das Orchester auf, immer weiter Schlummerlieder zu spielen, damit sie im Schutz der Nacht die Leinen lösen können, bevor die riesige Schlagseite die anderen alarmiert.“

 

Möglicher Ausweg: Das „Wutgeheul“ der Benachteiligten muss in Zukunft die Schlummerlieder der Orchester übertönen.

 

KONTRASR.at

 

 

VonMatthias Punz

Etiketler fıfaya
  Bu haber 2871 defa okunmuştur.

  YORUMLAR 0 Yorum YORUM YAP

  FACEBOOK YORUM Yorum

☁️
--°

  BİZİ TAKİP EDİN

  • ÇOK OKUNANLAR

      SON YORUMLAR

    PUAN DURUMU

    # Takım O G B M A Y AV P
    1Amed6411--813
    2Galatasaray6411--313
    3Beşiktaş6402--712
    4Kocaelispor6402--312
    5Alanyaspor6321--211
    6Fenerbahçe6312--1010
    7Trabzonspor6312--810
    8Kasımpaşa6240--210
    9Rizespor6312--110
    10Gaziantep FK6222--08
    11Çorum FK6213--17
    12Başakşehir6213---17
    13Gençlerbirliği S.K.6213---87
    14Erzurumspor FK6213---87
    15Konyaspor6114---44
    16Samsunspor6114---64
    17Göztepe6033---43
    18Eyüpspor6105---143
    Tarih Ev Sahibi Saat / Skor Konuk Takım
    9 Ekim, CumaGalatasaray20:00Kasımpaşa
    10 Ekim, CumartesiGençlerbirliği S.K.13:30Amed
    10 Ekim, CumartesiAlanyaspor16:00Erzurumspor FK
    10 Ekim, CumartesiSamsunspor16:00Trabzonspor
    10 Ekim, CumartesiRizespor19:00Fenerbahçe
    11 Ekim, PazarKonyaspor13:30Başakşehir
    11 Ekim, PazarGaziantep FK16:00Çorum FK
    11 Ekim, PazarBeşiktaş19:00Kocaelispor
    12 Ekim, PazartesiEyüpspor20:00Göztepe
    # Takım O G B M A Y AV P
    1Kayserispor8611--1219
    2Bursaspor8611--919
    3Iğdır FK8512--516
    4Batman Petrolspor8512--216
    5Sarıyer8422--214
    6Keçiörengücü8341--713
    7Mardin 19698332--412
    8Antalyaspor8404--112
    9Fatih Karagümrük8332--112
    10Muğlaspor8251--111
    11Bandırmaspor8242--710
    12Pendikspor8242---310
    13Manisa F.K.8233--09
    14Bodrum FK8152--18
    15Sivasspor8152---28
    16Ümraniyespor8134---36
    17Esenler Erokspor8053---65
    18İstanbulspor8125---125
    19Vanspor FK8134---94
    20Boluspor8017---171
    Tarih Ev Sahibi Saat / Skor Konuk Takım
    9 Ekim, CumaSivasspor17:00Pendikspor
    9 Ekim, CumaBodrum FK17:00Keçiörengücü
    9 Ekim, CumaÜmraniyespor20:00Sarıyer
    9 Ekim, CumaVanspor FK20:00Bandırmaspor
    10 Ekim, CumartesiBoluspor13:30Antalyaspor
    10 Ekim, CumartesiIğdır FK16:00Batman Petrolspor
    10 Ekim, CumartesiKayserispor19:00Manisa F.K.
    10 Ekim, Cumartesiİstanbulspor19:00Esenler Erokspor
    11 Ekim, PazarFatih Karagümrük16:00Muğlaspor
    11 Ekim, PazarBursaspor19:00Mardin 1969
    # Takım O G B M A Y AV P
    1Elazığspor3300--99
    2Çorluspor 19473210--77
    3Muş Sport Klübü3210--67
    4Güzide Gebzespor3210--37
    5Aliağa FAŞ3201--06
    668 Aksaray Belediyespor3120--35
    7Şanlıurfaspor3120--15
    8Erbaaspor3111--04
    9Somaspor3111--04
    10İnegöl Kafkas Gençlik3111--04
    11Menemen FK3102---33
    12Ankaraspor3102---33
    13Sebat Gençlikspor3012---31
    14Isparta 32 Spor3012---31
    15Arnavutköy Belediyespor3003---60
    16Kastamonuspor3102---70
    Tarih Ev Sahibi Saat / Skor Konuk Takım
    26 Eylül, CumartesiAnkaraspor15:30Somaspor
    26 Eylül, Cumartesiİnegöl Kafkas Gençlik16:00Kastamonuspor
    27 Eylül, PazarSebat Gençlikspor15:00Menemen FK
    27 Eylül, PazarHatayspor15:30Arnavutköy Belediyespor
    27 Eylül, PazarGüzide Gebzespor16:00Elazığspor
    27 Eylül, PazarÇorluspor 194716:00Isparta 32 Spor
    27 Eylül, PazarAdana Demirspor19:00Erbaaspor
    68 Aksaray BelediyesporAliağa FAŞ19:00Şanlıurfaspor
    # Takım O G B M A Y AV P
    1Bitlis Özgüzelderespor3300--79
    2Karaköprü Belediyespor3300--59
    3Yeşilyurt Belediyespor3300--49
    4Mazıdağı Fosfatspor3210--57
    5Talasgücü Belediyespor3210--27
    6Niğde Belediyesispor2200--46
    7Silifke Belediyespor3111--14
    8Adana Adaletgucu3102--23
    9Kırşehir Belediyespor2101--23
    10Osmaniyespor3102---13
    11Yeni Mersin Idmanyurdu3102---23
    12Yozgat Bld Bozokspor3102---53
    13Ağrı 19703012---21
    14Kırıkkale Büyük Anadolu3012---41
    15Diyarbekirspor3012---41
    16Karaman FK2002---60
    17Adanaspor3003---80
    Tarih Ev Sahibi Saat / Skor Konuk Takım
    26 Eylül, CumartesiKaraköprü Belediyespor15:00Yozgat Bld Bozokspor
    26 Eylül, CumartesiMazıdağı Fosfatspor15:00Osmaniyespor
    27 Eylül, PazarKırşehir Belediyespor15:30Silifke Belediyespor
    27 Eylül, PazarKaraman FK15:30Ağrı 1970
    27 Eylül, PazarTalasgücü Belediyespor15:30Kırıkkale Büyük Anadolu
    27 Eylül, PazarAdana Adaletgucu15:30Yeni Malatyaspor
    27 Eylül, PazarYeşilyurt Belediyespor19:00Adanaspor
    27 Eylül, PazarYeni Mersin Idmanyurdu19:00Diyarbekirspor
    27 Eylül, PazarNiğde Belediyesispor19:00Bitlis Özgüzelderespor
    Son güncelleme: 21.09.2026 20:00:27